Einleitung

Sich im Sinne der Gründerin des Ursulinenordens, Angela Merici, auf ganz besondere Weise der Bildung und Erziehung zu widmen und die ursulinische Tradition fortzuführen, ist Zweck der Stiftung.

Eine tragfähige Grundlage für das Leben und den Beruf zu erlangen, christlich zu leben und sich mit Fragen des Glaubens aktiv auseinanderzusetzen, den andern in seiner Einzigartigkeit und Würde zu respektieren, sozial denken und handeln zu lernen und die eigenen Neigungen und Talente entfalten zu können, daran wirken in den St. Ursula Schulen Dorstens über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch ihr Engagement und ihre tagtägliche Arbeit mit.

Die folgenden Ausführungen informieren darüber, wie wir heute und in Zukunft diese Vorstellungen von Bildung und Erziehung im Lebensraum unserer Schulen umsetzen und in Zeiten sich rapide wandelnder Lebensbedingungen verantwortungsvolle, urteilsfähige und lebensbejahende Persönlichkeiten heranbilden.

Seit über 300 Jahren in Dorsten ansässig, aus der Tradition der von Angela Merici begründeten und in den Ursulinenklöstern in Europa praktizierten schulischen Bildung der Frauen kommend, betreiben die Ursulinen seit Jahrzehnten zwei moderne staatlich anerkannte Schulen in privater Trägerschaft, die von der „Stiftung St. Ursula Dorsten“ weitergeführt werden. Mit ihrer Realschule und ihrem Gymnasium stellen sie eine Bereicherung des öffentlichen Schulangebots im Bereich der Sekundarstufen dar und nehmen einen wichtigen Platz in der Bildungslandschaft im Raum Dorsten und Umgebung ein. „Ich war auf Ursula“ ist über die Jahre zu einem geflügelten Wort geworden.

In der Orientierung am Menschenbild der biblischen Botschaft stehen im Zentrum unserer Bemühungen die Schüler. Sie damit vertraut zu machen, was es heißt, in christlicher Haltung zu leben, ihre individuellen Fähigkeiten zu entdecken und behutsam zu entfalten sowie sie zu sozial verantwortlichem Handeln zu bewegen - darauf richtet sich unsere pädagogische Arbeit, ein Ansatz, dessen Grundlage ein ganzheitliches Bild von Bildung und Erziehung ist.

Selbstverständlich kommen wir unserem Auftrag einer umfassenden und gehaltvollen Bildung nach, aber wir sind für die Schüler nicht nur Vermittler von Lernmethoden und Wissen, sondern wenden uns in Respekt vor der Einzigartigkeit und Würde jedes Menschen dem einzelnen Schüler zu, indem wir ihm wichtige Anstöße für die Entwicklung seiner Fähigkeiten geben, ihm als Vorbild und Berater eine Stütze für Orientierung und Selbstvertrauen sein wollen, seinen Sinn für Gemeinschaft stärken und ihm Impulse für ein Leben im Glauben geben. Wir leiten die Schüler an zum selbständigen Denken und zur Entwicklung von Problemlösungen mit dem Ziel, dass sie sich in einer zunehmend differenzierten und komplexen Welt zurechtfinden, behaupten und glücklich leben können.

Indem wir den Leistungsgedanken bejahen, den Schüler aber nicht darauf reduzieren, sondern ihn sowohl in seiner Einmaligkeit als auch in seiner Verantwortung für die Mitmenschen ernst nehmen und fördern, sorgen wir für gute Zukunftschancen der uns anvertrauten Menschen.

Neigungen entdecken. Talente entfalten. Begabungen fördern.

Die St. Ursula Schulen verstehen ihr Engagement für den jungen Menschen als Auftrag, ihm eine tragfähige Grundlage für seine Entwicklung zu verschaffen. Unsere unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Angebote helfen dem Schüler, seine Neigungen zu entdecken, unterstützen ihn darin, seine Talente weiter zu entwickeln und fördern die unterschiedlich ausgeprägten Begabungen in individueller Art und Weise.

Unsere Schüler können in der Sekundarstufe I und II ein breites Fächerangebot in Anspruch nehmen. Eine große Oberstufe, noch verstärkt durch die Kooperation mit dem Gymnasium Petrinum, erlaubt ihnen, aus einer Vielzahl von Grund- und Leistungskursfächern auszuwählen. Unsere Förderung gilt auch den besonders begabten Schülerinnen und Schülern sowie denen, die zeitweise Lernschwierigkeiten haben. Ihre Lese-, Lern- und Medienkompetenz können unsere Schülerinnen und Schüler in hauseigenen nach modernen Maßstäben ausgestatteten Räumen verbessern.

Musisch-künstlerisch-kreativ interessierte und talentierte Kinder können sich im Rahmen zahlreicher Arbeitsgemeinschaften und Aktivitäten ausprobieren und weiter entwickeln. Chor, Orchester, Theater, Kunstprojekte, Teilnahme an Wettbewerben u.ä., aber auch die Förderung der Teilhabe am kulturellen Leben der Stadt und der Region sind fest integriert in den schulischen Alltag. In zahlreichen anderen Arbeitsgemeinschaften können die Schüler ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Zur Verbesserung der beruflichen Zukunftschancen der Schülerinnen und Schüler tragen wir bei, indem wir sie neben der Begegnung mit der Arbeitswelt in einem Betriebspraktikum durch intensive individuelle Beratung im Blick auf die Berufsorientierung und -findung gezielt unterstützen. Die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit hat dabei ebenso ihren festen Platz wie das Angebot von Eltern, über ihren Beruf zu informieren. Zusätzliche Fremdsprachenangebote und ein fremdsprachenorientiertes Praktikum in den Ferien verbessern die Chancen der Schüler auf dem globalisierten Arbeitsmarkt der Zukunft.

In christlicher Haltung leben. In sozialer Verantwortung handeln.

Die St. Ursula Schulen stehen in ökumenischer Gesinnung allen christlichen Schülerinnen und Schülern offen, aber auch jungen Menschen anderen Glaubens, vorausgesetzt eine gute Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule ist zu erwarten. Um den ökumenisch gelebten Glauben in seinen Werte stiftenden, Orientierung bietenden und Freude vermittelnden Dimensionen erfahren zu können, bieten wir den Schülerinnen und Schülern vielfältige Möglichkeiten an, sich jeweils auf ganz eigene Weise mit dem Glauben auseinander zu setzen.

Neben der auch in der Sekundarstufe II verpflichtenden Teilnahme am katholischen bzw. evangelischen Religionsunterricht, der vor allem die kognitive Auseinandersetzung mit dem Glauben ermöglicht, halten wir ein reiches Angebot bereit, um den christlichen Glauben für die Schüler lebendig werden zu lassen und aktiv mitgestaltend erlebbar zu machen: Schulgottesdienste, Gottesdienstvorbereitung durch Schülergruppen, Morgengebete, Tage religiöser Orientierung, Gestaltung von Ursulafesttagen, Erfahrung sakraler Räume, Kennenlernen religiösen Lebens, Meditationen, Begegnung mit dem Klosterleben, Teilnahme an Kirchentagen.

Für beide Schulen stehen außerdem eine Schulseelsorgerin und ein Schulseelsorger zur Verfügung.

Gemeinschaft zu erleben und zu gestalten ist nicht nur für viele Erfahrungsräume des Glaubens konstitutiv, sondern in sozialer Verantwortung sein Leben zu führen ist eng verbunden mit der christlichen Werthaltung.

Auf ganz verschiedene Weise haben unsere Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, soziale Verantwortung zu erfahren, zu lernen und zu leben: Schüler der Klassen 9 sind Paten für Schüler der Klasse 5, Schüler beteiligen sich am Projekt „ Schüler helfen Schülern", unsere Schulen haben Hilfsprojekte für die „Eine Welt". Schüler absolvieren ein zweiwöchiges Praktikum in einer sozialen Einrichtung, sind in der Streitschlichtung, als Sporthelfer, Schulsanitäter und unterstützend in der Hausaufgabenbetreuung aktiv, begegnen Menschen anderer Kulturen im Rahmen des Schüleraustauschs, sie betätigen sich als Vorleser in den Grundschulen, singen im Altenheim und sie erleben ein ungezwungenes Miteinander auf Klassenfahrten, Wandertagen, in Freizeiten und bei Schulfesten und Klassenfeiern, begegnen sich in klassenübergreifenden Projektwochen.

Indem wir das Handeln in sozialer Verantwortung fördern und fordern, unterstützen wir die Schülerinnen und Schüler dabei, eine der heute und in Zukunft am meisten nachgefragten Schlüsselqualifikationen zu erwerben: soziale Kompetenz.

Realschule und Gymnasium – zwei Schulen im St. Ursula-Schiff.

Bei aller Vielfalt der Schullandschaft ist zu beachten: Es gibt nicht die beste Schule, sondern nur die für das einzelne Kind richtige Schule. Mit der Realschule und dem Gymnasium – beide staatlich anerkannt - stellt die Stiftung St. Ursula Dorsten den Menschen in Dorsten und Umgebung ein breites Angebot im Sekundarschulbereich zur Verfügung. Die Kinder können nach vier Grundschuljahren je nach Eignung und Wunsch entweder sechs Jahre die Realschule besuchen und dort den mittleren Schulabschluss erreichen oder am Gymnasium nach acht Jahren und bestandener Abiturprüfung die Allgemeine Hochschulreife erlangen.

Dabei arbeiten beide Schulen von dem Zeitpunkt an, zu dem Eltern ihr Kind zur weiterführenden Schule anmelden, bis zum Ende der Sekundarstufe I eng zusammen. Die intensive Beratung der Eltern und Kinder sowie die enge Kooperation beider Schulen gewährleisten die Durchlässigkeit zwischen Realschule und Gymnasium und sind uns zum Wohle der persönlichen und schulischen Entwicklung der jungen Menschen wichtig.

Intensiv beraten und unterstützen wir die Schülerinnen und Schüler der Realschule, die bei entsprechender Qualifikation unser Gymnasium besuchen wollen, um die Allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Haben ihre Eltern und sie sich am Ende der Grundschule für eine Schulform mit längerer Lernzeit entschieden, bestärken wir sie darin, den Weg in unsere Oberstufe zu gehen und sind ihnen beim Übergang behilflich. Nach erfolgreichem Verlauf erreichen sie – im Unterschied zum achtjährigen Gymnasium - das Abitur nach 9 Jahren.

Unsere Erfahrungen zeigen, dass überdurchschnittlich viele Schüler unserer Realschule die Qualifikation geschafft und die gymnasiale Oberstufe erfolgreich absolviert haben.

Mit unserer langjährigen Erfahrung in der Kooperation von Realschule und Gymnasium sind wir in der Lage, Schülerinnen und Schüler ihrer individuellen Entwicklung gemäß bei der Schulwahl und bei einem Wechsel von einer Schulform zur anderen kompetent zu beraten und zu unterstützen. Die intensive Zusammenarbeit beider St. Ursula Schulen gestaltet dabei einen Schulwechsel unkompliziert und unbürokratisch.

Eltern an den St. Ursula-Schulen: gemeinsam Verantwortung tragen, mitgestalten, sich gegenseitig unterstützen.

Zentraler Ort für Kinder und Jugendliche ist die Familie. Daher gilt: Die St. Ursula Schulen wollen die Familie nicht ersetzen, sondern wir bauen darauf, dass unser pädagogischer Auftrag am besten gelingt, wenn Elternhaus und Schule sich gegenseitig ergänzen. Sich begegnen, sich austauschen, gemeinsam beraten, entscheiden, mitgestalten und feiern – auf vielfältige Weise sind diese Formen des Miteinanders von Familie und Schule verwirklicht.

Neben der Mitwirkung in Klassenpflegschaften, in der Schulpflegschaft und Schulkonferenz sowie in Fachkonferenzen und gemeinsamen informellen Arbeitskreisen pflegen Eltern und Lehrer den Austausch und das gesellige Miteinander bei Elternstammtischen und Klassenfesten. Das jährliche Ursulafest und auch Eltern-Lehrer-Feten sind weitere Gelegenheiten, um im geselligen Miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen.

Ein besonderes Anliegen ist uns die Beratung. Angefangen beim Gespräch zur Anmeldung verstehen wir es während der gesamten Schulzeit als wichtige Aufgabe, die Eltern intensiv über allgemeine und persönliche Belange der Schullaufbahn zu informieren und zu beraten. Aber auch wenn Schülerinnen und Schüler in Krisen geraten, stehen wir ihnen und ihren Eltern mit unserem Angebot der besonderen Beratung zur Seite, wenn sie es wünschen.

Herausragend und unverzichtbar für unsere erfolgreiche Arbeit ist das ehrenamtliche Engagement vieler Eltern und anderer Bürger für unsere Schulen. Durch die Mitarbeit im Bibliotheksbereich, in Schulprojekten und in gemeinnützigen Vereinen zur Unterstützung der Schulen übernehmen sie nicht nur wichtige Aufgaben, sondern sind in einer Zeit, in der ehrenamtliche Arbeit nicht mehr besonders hoch im Kurs steht, für die jungen Menschen ein Vorbild.

Schulleiter Gymnasium St. Ursula, Schulleiter Realschule St. Ursula